Vom Fußballfeld nach Kona: Wie ein AFL-Star zum erfolgreichen Altersklassenathleten im Triathlon wurde
Ein Mann, der über ein Jahrzehnt lang vor 80.000 Zuschauern über das MCG gesprintet ist, steht jetzt an einem schwarzen Vulkanstrand in Hawaii — Schwimmbrille auf, Herz rasend, bereit für 3,8 Kilometer Schwimmen im offenen Pazifik. Keine Teamkollegen, keine Halbzeitpause, kein Schlusspfiff. Nur 226 Kilometer Hitze, Wind und Lava zwischen ihm und der Ziellinie.
Dieser Mann ist David Zaharakis, und seine Geschichte der Verwandlung ist eine, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Mit 36 Jahren hängte dieser ehemalige Essendon-Mittelfeldspieler nach 226 AFL-Spielen seine Schuhe an den Nagel. Jetzt schaut er Triathlons nicht von der Seitenlinie aus zu — er hat sich seinen Platz bei den Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaften in Kona, Hawaii, durch harte Arbeit und starke Leistungen verdient. Für alle, die sich fragen, ob der Einstieg in eine neue Sportart oder ein neues Lebenskapitel sich lohnt, liefert Zaharakis eine klare, mitreißende Antwort.
Der Weg nach vorne: Vom AFL-Veteranen zum Altersklassenathleten im Triathlon
Fünf Jahre harte Arbeit
Eliteathleten landen nicht einfach so in Kona. Bei den hawaiianischen Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaften anzutreten ist der ultimative Test im Altersklassen-Ausdauersport — und sich einen Startplatz zu sichern erfordert echte Hingabe. Zaharakis' fünfjährige Entwicklung vom AFL zum hawaiianischen Strand ist kein impulsiver Sprung, sondern ein strategischer und disziplinierter Aufstieg.
Er hat sich nicht damit begnügt, einen lokalen Sprintdistanz-Triathlon zu absolvieren und es dabei zu belassen. Er zielte auf eines der härtesten Qualifikationsrennen des Sports und belegte den 30. Gesamtplatz beim Ironman New Zealand — ein Ergebnis, das gut genug war, um sich sein Ticket nach Kona zu sichern, und zwar in der hart umkämpften Altersklasse 35–39. Das ist kein Promi-Spaßlauf und kein Novelty-Rennen; Zaharakis hat sich seinen Platz an der Startlinie in Kona genauso verdient wie alle anderen Teilnehmer — durch hartes, kluges Rennen und das Erfüllen strenger Qualifikationsstandards.
Mitglied in einem exklusiven Club
Nur sehr wenige ehemalige AFL-Spieler haben je an der Startlinie in Kona gestanden. Bekannte Beispiele sind Michael Wilson von Port Adelaide und Beau Waters von West Coast, die beide den Sprung vom Fußballfeld auf Hawaiis Vulkanboden gewagt haben. Zaharakis gesellt sich nun zu diesem exklusiven Club — doch was seine Reise besonders macht, ist seine Ehrlichkeit im Umgang mit dem Sport. Er kommt nicht mit einer aufgeblasenen PR-Maschinerie oder übertriebenen Ego — er nähert sich dem Triathlon als Lernender und erkennt offen an, was er noch lernen muss.
Was ihm die AFL mitgegeben hat — und was nicht
Der Wechsel von einer Mannschaftssportart zum individuellen Ausdauersport ist nicht so einfach, wie es klingt. Die mentale Stärke, Disziplin und der Wettkampfgeist aus 226 AFL-Spielen lassen sich durchaus übertragen. Die spezifischen Techniken jedoch — effizientes Schwimmen, ein 180-Kilometer-Radrennen meistern, die Ernährung über 14-plus Stunden Rennen managen — erfordern einen Neustart bei null. Zaharakis ist sich dieser Realität sehr bewusst, und genau dieses Selbstbewusstsein könnte sein größter Vorteil sein.
Warum Kona eine völlig neue Herausforderung ist
Die harte Realität des Wettkampftags
Für alle, die mit Langdistanz-Triathlon noch nicht vertraut sind: Allein die Zahlen sind beeindruckend:
- 3,8 km Schwimmen im Ozean
- 180 km auf dem Rad
- 42,2 km Marathon-Lauf
Die meisten Altersklassenathleten brauchen zwischen 12 und 17 Stunden vom Wasserstart bis ins Ziel. Das ist kein Tippfehler — das entspricht einem vollen Arbeitstag im Wettkampfmodus. Doch Kona ist nicht nur eine Frage der Distanz; es fordert Ausdauer unter einigen der härtesten Bedingungen im Sport.
Was Kona so besonders schwierig macht
Der hawaiianische Kurs hat seinen legendären Ruf aus gutem Grund:
- Lavafelder, die intensive Hitze von unten abstrahlen und den Lauf wie einen Ausflug durch einen Backofen in Zeitlupe anfühlen lassen.
- Tropische Luftfeuchtigkeit, die das Dehydrationsrisiko selbst für die bestvorbereiteten Athleten erhöht.
- Pazifische Passatwinde, die Radfahrer auf dem Queen Ka'ahumanu Highway gnadenlos bestrafen und aus einem eigentlich starken Radabschnitt einen Kampf gegen die Natur machen.
„Der gesamte Tag bereitet dich im Grunde auf die letzten 12 km des Laufs vor." — David Zaharakis
Diese Erkenntnis zeigt, wie tief er den Aufbau von Kona bereits verstanden hat. Das Rennen beginnt erst wirklich, wenn du den Großteil deiner Energie bereits verbraucht hast. Es ist mehr als eine körperliche Herausforderung — es geht darum, wie gut du deine Ressourcen über den gesamten Tag hinweg verwaltest.
Demut als Grundhaltung
Jeder erfahrene Kona-Athlet kennt eine unausgesprochene Wahrheit: Der Kurs verlangt Demut. Wer im Schwimmen zu aggressiv startet, auf dem Rad zu viel gibt oder Ehrgeiz über Strategie stellt, dem werden die Lavafelder jeden Fehler schonungslos aufzeigen. Zaharakis hat diese Lektion bereits verinnerlicht, bevor er überhaupt an der Startlinie steht. Er hat keine Zeitvorgaben und keine Leistungsziele — er geht sein Debüt mit offenem Kopf und vorsichtiger Strategie an.
„Ein paar Leute, mit denen ich gesprochen habe, sagten, sie brauchten vielleicht drei oder vier Rennen in Kona, um den Kurs wirklich zu kennen. Deshalb bin ich mit so einem offenen Kopf hierher gekommen und habe keine Erwartungen gesetzt." — David Zaharakis
Für jemanden, der die Hochdruckwelt des AFL-Spitzenfußballs gewohnt ist, ist diese Fähigkeit, Ungewissheit anzunehmen, wirklich bemerkenswert.
Die Kraft der Partnerschaft: Training mit einer olympischen Triathletin
Natalie Van Coevorden
Wenn Zaharakis einen Vorteil hat, dann direkt zu Hause. Seine Partnerin, Natalie Van Coevorden, gehört zu Australiens Elite-Triathleten. Sie vertrat Australien bei den Olympischen Spielen in Paris und gewann fünf 70.3-Rennen im Jahr 2024. Auf die Frage, wer von beiden der bessere Athlet sei, zögerte Zaharakis keine Sekunde:
„Sie ist die olympische Triathletin, hat dieses Jahr fünf 70.3-Rennen gewonnen — und sie hat mich in jedem einzelnen Rennen, das wir zusammen gemacht haben, geschlagen. Sie ist eindeutig die Bessere. Das sage ich ohne jeden Vorbehalt." — David Zaharakis
Gemeinsam trainieren
Die praktischen Vorteile dieser Partnerschaft liegen auf der Hand. Sie trainieren als Duo, was bedeutet, dass Zaharakis ständig mit erstklassigem Triathlon-Know-how, Tempogefühl und Technikverfeinerung in Berührung kommt. Besonders das Schwimmen war für ihn eine steile Lernkurve.
„Nat schwimmt seit sie fünf ist, und ich bin kein Schwimmer. Ich liebe es, mit ihr ins Becken zu gehen — sie ist absolut unschlagbar. Der Vorteil ist, dass wir zusammen trainieren, und das funktioniert wirklich gut. Es ist großartig, wir pushen uns gegenseitig. Ich muss versuchen, mitzuhalten." — David Zaharakis
Einer olympischen Athletin in jedem Training hinterherzujagen verschafft einem einen entscheidenden Vorteil. Die Herausforderung, mit jemandem Schnelleren Schritt zu halten, kombiniert mit der Motivation durch eine Trainingspartnerin auf höchstem Niveau, schafft eine Lernumgebung, die unbezahlbar ist. Athleten, die die Stärken anderer nicht anerkennen wollen, tun sich oft schwer, von ihnen zu lernen — Zaharakis hat den Elitestatus seiner Partnerin effektiv in ein ganzjähriges Meisterkurs-Programm verwandelt.
Ins Unbekannte starten: Die Denkweise eines vorsichtigen Debüts
„Das völlig Unbekannte"
Zaharakis hat den Kona-Kurs noch nie betreten — weder als Athlet noch als Fan. Er kommt zu einem der bekanntesten und anspruchsvollsten Rennorte der Welt ohne jede Vorerfahrung, und er sieht diese Unvertrautheit eher als Freiheit denn als Angstquelle.
„Für mich ist es jetzt einfach das völlig Unbekannte." — David Zaharakis
Ohne vorgefasste Erwartungen gibt es keine Leistungslücke, in die man fallen kann. Ohne Zeitziel gibt es kein Ego zu verteidigen. Diese Denkweise — eine große Herausforderung mit Neugier statt Druck anzugehen — wird in der Sportpsychologie zunehmend als wichtiger Vorteil anerkannt, besonders für Neulinge bei einem Wettkampf.
Blick in die Zukunft
Dieses Debüt in Kona ist nicht die Ziellinie, sondern erst der erste Schritt einer größeren Reise. Zaharakis hat drei Langdistanz-Triathlons für 2025 gebucht — ein klares Zeichen, dass sein Engagement für den Sport weit über ein einmaliges Bucket-List-Erlebnis hinausgeht. Er betrachtet sein erstes Jahr in Kona als Gelegenheit, Wissen zu sammeln, das nur durch das direkte Rennen auf dem Kurs entsteht — wie sich die Hitze bei Kilometer 35 des Laufs wirklich anfühlt, wie die Passatwinde die Radleistung beeinflussen und was es bedeutet, einen Körper über 14-plus Stunden zu versorgen. Indem er sein Debüt als Lernchance statt als Leistungsziel rahmt, gibt er sich die Freiheit, klug statt ängstlich zu rennen.
Der Athlet im zweiten Kapitel: Wie echte Neuerfindung aussieht
Perspektive als Superkraft
Athleten, die in einem Bereich bereits Großes geleistet haben, gehen mit Druck oft anders um, wenn sie neu anfangen. Sie kennen die Hochs des Sieges, aber auch die Tiefen öffentlicher Niederlagen, Verletzungen und den Wiederaufbau. Wer die gesamte emotionale Bandbreite des Spitzensports erlebt hat, dem fühlt sich eine neue Reise weniger beängstigend und mehr wie eine Entdeckungsreise an. Zaharakis versucht nicht zu beweisen, dass er gut im Triathlon ist — er konzentriert sich darauf, besser darin zu werden. Diese Verschiebung in der Grundhaltung verändert alles: das Training, den Wettkampf und den Umgang mit Herausforderungen am Wettkampftag.
Was Eliteathleten in neue Bereiche mitbringen
Was er mitbringt:
- Mentale Widerstandsfähigkeit aus 226 intensiven Spielen
- Disziplin im Training und konsequente Umsetzung anspruchsvoller Vorbereitungspläne
- Wettkampfinstinkt und das Wissen, wie man unter Druck performt
- Bewusstsein für optimale körperliche Vorbereitung — Ernährung, Regeneration und Körpermanagement
Was einen Neustart erfordert:
- Schwimmtechnik und -effizienz (etwas, das oft Jahre braucht, um es zu meistern)
- Leistungsmanagement und Aerodynamik auf dem Rad
- Tempoeinteilung für Langdistanzrennen (deutlich anders als die kurzen Sprints im Football)
- Ernährungsstrategien für Rennen über 12 Stunden
Die mentalen Fähigkeiten lassen sich übertragen; die technischen müssen aufgebaut werden. Aber wer erstere besitzt, kann letztere erreichen.
Eine größere Lektion für alle, die neu anfangen
Zaharakis' Reise geht weit über die Triathlon-Welt hinaus. Mit 36 Jahren in einem Bereich neu anzufangen, in dem man noch keine Erfolgsbilanz hat, erfordert eine besondere Art von Mut. Seine Herangehensweise — schrittweise Entwicklung, echte Bescheidenheit, langfristige Planung und der Aufbau des richtigen Trainingsumfelds — zeigt einen Weg, der für jeden gilt, der ein neues Kapitel beginnt: ob mit 40 den Job wechseln oder zum ersten Mal die Ziellinie in Kona überqueren.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Verdiente Anerkennung zählt. Der 30. Gesamtplatz beim Langdistanz-Triathlon in Neuseeland räumt jede „Promi-Teilnehmer"-Erzählung aus dem Weg — er hat die Arbeit geleistet.
- Demut beschleunigt das Lernen. Seine aufrichtige Bewunderung für Van Coeverdens Talent und sein Engagement, ihr im Training zu folgen, haben ihn schneller zu einem besseren Athleten gemacht.
- Strategische Geduld schlägt aggressiven Druck. Keine vordefinierten Zeitziele, ein vorsichtiger Rennplan und drei weitere Rennen in 2025 zeigen: Er ist auf die lange Strecke aus.
- Dein Umfeld prägt deine Leistung. Neben einer olympischen Athletin zu trainieren bietet eine Form von Mentoring, die reguläres Coaching nur teilweise ersetzen kann.
- Das Unbekannte kann befreiend sein. Kona ohne vorgefasste Vorstellungen anzugehen nimmt den Druck von Leistungserwartungen — und ermöglicht klarere Entscheidungen über den gesamten Wettkampftag hinweg.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist David Zaharakis?
David Zaharakis ist ein ehemaliger Australian-Rules-Football-Spieler, der 226 Spiele für Essendon absolvierte, bevor er zum Triathlon wechselte. Er steht kurz vor seinem Debüt bei den hawaiianischen Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaften.
Was sind die größten Herausforderungen der hawaiianischen Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaft?
Die hawaiianische Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaft umfasst 3,8 km Schwimmen im Ozean, 180 km Radfahren und einen 42,2 km langen Marathon. Zu den Herausforderungen zählen intensive Hitze durch die Lavafelder, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Passatwinde auf dem Radabschnitt.
Wie hat sich Zaharakis für die Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaften qualifiziert?
Zaharakis qualifizierte sich für die Langdistanz-Triathlon-Weltmeisterschaften durch den 30. Gesamtplatz beim diesjährigen Langdistanz-Triathlon in Neuseeland.
Wie geht Zaharakis sein Debüt in Hawaii an?
David Zaharakis plant, sein Debüt in Hawaii konservativ anzugehen, ohne konkrete Zeit- oder Leistungsziele zu setzen. Er erkennt die Schwierigkeit des Kurses an und möchte aus der Erfahrung für zukünftige Rennen lernen.
Was verbindet Zaharakis und Natalie Van Coeverden?
David Zaharakis ist mit Natalie Van Coeverden liiert, die eine olympische Triathletin ist. Sie trainieren gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig bei ihren sportlichen Zielen.
Quelle: AAP News — AFL star turned triathlete prepares for Hawaii debut




